TENS Reizstromtherapie für einen starken Beckenboden bei Inkontinenz

Inkontinenz ist nicht selten ein Tabuthema – Betroffene trauen sich häufig nicht einmal, zum Arzt zu gehen. Dabei gibt es heute viele verschiedene Möglichkeiten, Inkontinenz zu behandeln und die Symptome zu lindern oder gar gänzlich verschwinden zu lassen. Allerdings muss bei der Behandlung die Art der Inkontinenz berücksichtigt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Inkontinenz mithilfe des Reizstroms zu behandeln.

Verschiedene Arten der Inkontinenz

Inkontinenz ist der Fachbegriff für einen unwillkürlichen Harnabgang. Das heißt, der Urin wird tröpfchenweise oder gar im Strahl verloren, was verschiedene Ursachen haben kann. Gleichzeitig gibt es viele unterschiedliche Formen der Inkontinenz.

1.Die Belastungsinkontinenz

Dies ist die häufigste Form der Inkontinenz und betrifft vorrangig Frauen. Doch auch Männer können darunter leiden, wenn auch prozentual gesehen deutlich weniger. Der Harnverlust tritt beim Lachen, Husten, Niesen oder bei leichter körperlicher Bewegung auf. Sobald ein gewisser Druck im Bauchraum entsteht, kommt es zum Abgang des Urins.

Grund ist meist ein geschwächter Beckenboden, wie er etwa nach einer Geburt oder in den Wechseljahren auftreten kann.

Erste Gegenmaßnahmen bestehen meist im Tragen einer Vorlage, was auf Dauer aber natürlich keine Lösung darstellt. Die Auswirkungen der Belastungsinkontinenz werden im Laufe der Zeit immer stärker spürbar, wenn die Beckenbodenmuskulatur weiter erschlafft und Druck im Bauchraum immer weniger ausgeglichen werden kann.

2.Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz wird gern auch als Reizblase bezeichnet und ist auf eine überaktive Blase zurückzuführen. Diese zieht sich unfreiwillig zusammen und entleert sich dabei teilweise oder sogar vollständig. Teilweise verspüren Betroffene einen starken Harndrang, müssen dann aber, wenn sie auf der Toilette sind, keinen Harn lassen. Bei der trockenen Form der überaktiven Blase tritt kein Urin aus, dafür herrscht ein ständiger Harndrang und die Betroffenen gehen bis zu 20 Mal am Tag zur Toilette.

Auf Dauer wird das als sehr belastend empfunden, zumal bei der nassen Form der Dranginkontinenz die Angst davor, dass von außen das Einnässen zu sehen ist, hinzukommt.

3.Überlaufinkontinenz

Füllt sich die Blase mit mehr Urin, als sie fassen kann, geht häufig die ganze Zeit über ständig Harn ab. Die Betroffenen leiden darunter, dass sie nie das Gefühl haben, die Blase vollständig entleert zu haben und dass Urin immer tröpfelt. Oft liegen hier Störungen zwischen Blase und Gehirn zugrunde, auch Blockaden der Harnröhre sind möglich. Diese Probleme bewirken, dass sich die Blase stärker füllt, als sie sollte und den Urin nicht mehr fassen kann.

4.Funktionale Inkontinenz

Der Betroffene ist nicht in der Lage, den Urin zurückzuhalten, weil er chronisch krank ist oder weil er nicht mobil genug ist, um die Toilette aufzusuchen. Das heißt, die Meldung „Blase voll, Toilette aufsuchen“ kommt zwar im Gehirn des Betroffenen an, jedoch kann er die nötigen „Gegenmaßnahmen“ nicht einleiten, weil er einfach nicht schnell genug zur Toilette kommt.

Häufig werden dann Urinierbeutel eingesetzt, die vor allem nachts ein wenig Erleichterung verschaffen können. Sie sind im Prinzip mit einer Windel vergleichbar und nehmen im Kern (ein Granulat, was unter Einfluss von Feuchtigkeit zu Gel wird) sehr viel Flüssigkeit auf.

5.Reflexinkontinenz

Die Blasenfunktion kann nicht mehr komplett kontrolliert werden, was zum Beispiel durch eine Verletzung des Rückenmarks auftreten kann. Gekennzeichnet ist die Reflexinkontinenz auch dadurch, dass der Harn kontinuierlich tropft oder sich die Blase plötzlich vollständig entleert.

Der Betroffene nimmt dies nicht einmal in jedem Fall wahr, daher wird die Form auch als „unbewusste Inkontinenz“ bezeichnet. Diese Form ist für Betroffene sehr schlimm, da sie keine Chance haben, dem Problem durch das rechtzeitige Aufsuchen der Toilette entgegenzuwirken.

6.Gemischte Inkontinenz

Hierbei treten mehrere Formen der Inkontinenz gleichzeitig auf, daher müssen immer alle Symptome durch den Arzt begutachtet werden. Die doppelte Inkontinenz hingegen besteht dann, wenn der Patient sowohl an der Harn- als auch an der Stuhlinkontinenz leidet. Wichtig ist daher, dem Arzt alle Symptome der Inkontinenz zu schildern, sodass eine Zuordnung zu einer Form leichter möglich wird. Außerdem wird damit eher sichergestellt, dass alle Symptome zur Behandlung herangezogen werden.

7.Extraurethrale Inkontinenz

Diese Form wird in der Regel durch Fisteln verursacht und kann nur operativ behandelt werden. Vereinfacht gesagt, sammelt sich in jeder gebildeten Fistel der Urin, der dann unwillkürlich abgeht. Das wiederum ist vom Patienten nicht zu beeinflussen.

8.Stuhlinkontinenz

Häufig führen Verletzungen während einer Geburt zu einer Stuhlinkontinenz, bei der der Schließmuskel nicht mehr ausreichend mit Nerven versorgt wird. Auch altersbedingt kann der Schließmuskel nachlassen, dazu kommen afternahe Operationen und Infektionen sowie Tumorerkrankungen als Auslöser der Stuhlinkontinenz.

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Wie lässt sich Inkontinenz behandeln?

Die Therapie der Inkontinenz erfolgt auf verschiedenen Wegen und ist abhängig von der Ursache des unwillkürlichen Harnabgangs. Vor allem die Stressinkontinenz (Belastungsinkontinenz) lässt sich gut behandeln, ist sie doch meist auf eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur zurückzuführen. So wird diese auch durch ein gezieltes Training gestärkt – die Auswirkungen lassen jedoch bis zu sechs Monate auf sich warten.

Manchmal reicht es auch schon, etwas Gewicht zu reduzieren sowie auf die Umstände zu achten, in denen die Harninkontinenz auftritt. Vermeiden Sie das Heben schwerer Lasten, wenn dabei die Blase den Urin nicht mehr halten kann.

Hilft auch eine Östrogentherapie nicht mehr weiter (wenn die Ursache der Inkontinenz in einem Hormonmangel liegt), kommt zum Beispiel die Elektrostimulation zum Einsatz. Kleine elektrische Impulse reizen dann die Nerven, die die Harnblase steuern, und regen diese dazu an, ihrer natürlichen Funktion wieder nachzukommen.

Ist die Blasenabsenkung Ursache des Inkontinenzproblems, so kann eine Operation mit Anhebung der vorderen Scheidenwand hilfreich sein. Die Blase kann dann nicht mehr absinken. Auch die Absenkung der Gebärmutter kann ursächlich für die Harninkontinenz sein, diese wird ebenfalls operativ behoben.

Fisteln, die als Ursache für die extraurethrale Inkontinenz gelten, müssen großzügig herausgeschnitten werden. Blase und Scheide werden dabei rekonstruiert.

Die Reflexinkontinenz kann nicht therapiert werden, denn sie entsteht durch Fehlbildungen oder Schädigungen am Rückenmark. Hier kann der Arzt nur versuchen, dem Patienten das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Vorlagen und Inkontinenzwindeln sowie Urinierbeutel helfen dabei, sich nicht zu stark einschränken zu müssen und wenigstens am sozialen Leben weiterhin teilhaben zu können.

Wie lässt sich Inkontinenz mittels Reizstrom behandeln?

Die Behandlung mithilfe der Elektrotherapie gilt als bewährte Anwendungsmethode, um eine Inkontinenz zu behandeln. Ist die Ursache der Inkontinenz in einer schwachen Beckenbodenmuskulatur zu sehen, so muss diese gezielt mit täglichen Übungen gestärkt werden.

Hier setzt die Behandlung mit Reizstrom an, denn die sanften Reizströme stärken die Beckenbodenmuskulatur besonders effektiv. Physiotherapeuten empfehlen sogar, zuerst mit Reizstrom zu behandeln und dann erst mit dem Beckenbodentraining zu beginnen, wenn die Muskulatur bereits ein wenig gestärkt ist.

Durch das Hilfsmittel Reizstrom lernen die Betroffenen, ihren Beckenboden überhaupt erst bewusst zu spüren und „ansprechen“ zu können. Dies ist die Voraussetzung für eine starke Beckenbodenmuskulatur. Die Reizstromtherapie gilt als besonders sanft und angenehm, ist dabei völlig ungefährlich und absolut schmerzfrei. Mediziner und Physiotherapeuten nutzen diese Therapieform gleichermaßen seit geraumer Zeit mit großem Erfolg.

Dennoch lehnen viele Patienten die als unangenehm empfundene Methode der Nutzung von Einführelektroden ab.

Einige moderne Geräte (Link zum Händler) setzen daher auf andere Behandlungsmethoden, sodass die altbekannten Einführelektroden nicht mehr nötig sind. Aufgrund ihrer Effektivität sind Einführelektroden allerdings immer noch zu bevorzugen.

Die Therapie mit Reizstrom eignet sich nicht nur für die Behandlung der Belastungsinkontinenz, sondern ist auch bei der Dranginkontinenz geeignet. Dabei stimuliert das Gerät die Sakralnerven im Bereich des unteren Rückens und reduziert damit die Überaktivität der Muskeln, die am Harnabgang beteiligt sind.

Noch einmal zur Verdeutlichung: Bei der Reizstromtherapie bzw. bei der Elektrostimulation spannen Sie den Schließmuskeln nicht selbst aktiv an. Die elektrischen Stromimpulse, die Ihr Körper erhält, lassen sich die Muskeln zusammenziehen und danach wieder lockern.

Die Behandlungsmethode ist allerdings nur in den Fällen sinnvoll, bei denen die Behandlung über eine Stärkung des Beckenbodens und des Schließmuskels zum Erfolg führen kann. Sind beispielsweise die Nerven im kleinen Becken geschädigt oder ist das untere Rückenmark betroffen, regen die elektrischen Impulse die Muskulatur zu einer beständigen Kontraktion an.

Intravesikale Elektrostimulation

Der Strom wird hierbei direkt in die Blase übertragen, wodurch dort bestimmte Rezeptoren stimuliert werden. Diese wiederum lassen eine Kontraktion zu, die reflexartig geschieht. Um das zu erreichen, führt der Arzt einen Katheder durch die Harnröhre, und zwar so weit, bis Harn kommt. Der Katheder wird danach mit einem Stöpsel abgedichtet.

Der Harn, der sich in der Blase befindet, stellt sozusagen eine Elektrode dar. Ist kein Harn vorhanden, flutet der Arzt die Blase mit einer Natriumchlorid-Lösung auf. Am Rücken, am Bauch oder unter dem Hoden wird dann die Gegenelektrode angebracht. Die Behandlung dauert jeweils rund 90 Minuten und wird mehrmals pro Woche durchgeführt. Allerdings müssen die Patienten dafür ein spezielles Zentrum aufsuchen.

Vaginal- oder Rektalsonde

Diese Behandlungsmethode stellt die einfachste Art und Weise dar und ist auch zu Hause anwendbar. Das Training findet ungefähr wie beim Biofeedbacktraining statt.

Sie brauchen als Patient nichts weiter zu tun, als die Sonde in Scheide oder After einzuführen und das Gerät anzustellen. Die Stromimpulse haben eine Stärke von 20 bis 60 Hertz, die einzelnen Impulse dauern zwischen fünf und zehn Sekunden.

Dazwischen liegen immer rund 20 Sekunden. Ein- bis zweimal täglich müssen Sie die Reizstromtherapie anwenden, wobei die einzelne Anwendungsdauer rund 30 Minuten beträgt.

Die genaue Behandlung legt aber der Arzt fest. Erfolgsraten von bis zu 90 Prozent sind dabei möglich.

Reizstromgeräte sind als Hilfsmittel von den Krankenkassen anerkannt und können daher vom Arzt verschrieben werden!

Elektrostimulation und Biofeedback

Die Elektrostimulation lässt sich wunderbar mit dem Biofeedback verbinden. Biofeedback lässt die Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur sicht- und hörbar werden und unterstützt damit effektiv das Training. Außerdem erfährt der Patient, ob er überhaupt die richtige Muskelgruppe trainiert. Die Erfolgsaussichten bei dieser Behandlungsform sind aber nur gut, wenn Sie als Patient regelmäßig mitarbeiten und mit dem behandelnden Arzt kooperieren.

Mithilfe des Biofeedbacks können alle Formen der Inkontinenz behandelt werden, wobei es vor allem bei der Therapie einer Belastungsinkontinenz zum Einsatz kommt.

Nach genauer fachlicher Anleitung bekommt der Patient ein Biofeedback-Gerät mit nach Hause und kann hier sein Training eigenständig durchführen. Einmal in der Woche wird der Arzt kontrollieren, ob das Gerät richtig angewendet wird. Für die einzelnen Übungseinheiten führen Sie eine kleine Sonde in After oder Scheide ein, diese ist mit einem Kabel mit dem Messgerät verbunden.

Spannen Sie dann den Beckenboden an und die Muskeln senden elektrische Impulse, die über das Gerät verstärkt werden. Im Gerät sind vorgegebene Werte gespeichert, diese müssen Sie erreichen. Die Effektivität des Trainings lässt sich über die LED-Anzeige wunderbar verfolgen, dazu kommt ein akustisches Signal, das Ihnen verrät, ob Sie die gewünschte Muskelkontraktion erreicht haben. Insgesamt ist die Motivation des Trainings durch das Einsetzen solcher Geräte größer, denn die akustische und optische Rückmeldung regt dazu an, alles richtig machen zu wollen.

Elektrostimulation und Biofeedback sind in etwa vergleichbar, die zugrunde liegende Technik ist ähnlich. Wichtiger Unterschied ist aber die akustische und optische Rückmeldung, dank der sich der Patient nicht ständig fragen muss, ob er alles richtig macht oder ob die Therapie eventuell weniger Erfolg versprechend ist, weil er unbemerkt nicht richtig trainiert.