TENS Anwendung EMS Elektrodenplatzierung

Schon vor mehreren Tausend Jahren sollen die Ägypter Schmerzen mit Strom gelindert haben. Damals wurden zu diesem Zweck Fische aufgelegt, welche einen Stromstoß erzeugen können (sog. Elektrische Fische) und somit eine elektrische Nervenstimulation iniitieren. 

Glücklicherweise brauchen wir auf diese altertümlichen Methoden nicht mehr verlassen, sondern können unter einer Vielzahl von TENS Geräten auswählen. TENS steht hierbei für Transkutane Elektrische Nervenstimulation und ist ein anerkanntes Verfahren der Schmerztherapie. Unser empfohlenes Gerät zur Tens Elektrodenplatzierung finden Sie hier. 


Für den Fall, dass Sie nicht weiterlesen wollen, finden Sie hier unsere Top 4 Empfehlungen (mehr Infos direkt bei AMAZON)*:  



Anwendung - oder wie funktioniert TENS

Mehrere Tens Elektroden (meist 2 oder 4) werden auf den betroffenen Arealen platziert. Hierbei sind u.A. auch der Verlauf von Nervenbahnen, sowie die Lage von Akupunktur- bzw. Schmerzpunkten zu berücksichtigen. Diese sind zu Berücksichtgen bei der Platzierung der Elektroden. 

Die nun durch das TENS Gerät ausgesendeten elektrischen Impulse werden durch die Haut in den Körper übertragen und reizen dabei die im Gewebe liegenden Nerven (elektrische Nervenstimulation). 

TENS Elektroden bei Rückenschmerzen

Gemäß der Kontrollschrankentheorie (entwickelt von den Schmerzforschern Prof. Ronald Melzack und Prof. Patrick Wall) senden nun die stimulierten Nerven ihrerseits einen Impuls an das Rückenmark. Dabei wird die laut Theorie, die Übertragung des zu behandelnde Schmerzes unterbrochen.

In neuerer Zeit wurden allerdings einige Bereiche dieser Theorie widerlegt bzw. falsifiziert. Wer allerdings unter chronischen Schmerzen leidet, wird weiterhin jede Möglichkeit ausprobieren, um diese zu lindern. Vielfach wurde auf eine Schmerzlinderung bzw. Verbesserung der Schmerzsituation hingewiesen 

Schmerzarten welche mit TENS gelindert werden


Akute Schmerzen:

Diese Schmerzen sind als Warnsignal zu verstehen und weisen auf einen entstehenden oder gerade entstandenen Schaden oder Verletzung hin. Auslöser sind häufig (wiederholt ausgeführte) "falsche" Bewegungen, das unsachgemäße Heben von schweren Gegenständen oder abrupte Bewegungen, Stauchungen bzw. andere äußere Einwirkungen. 

Rückenschmerz bei ISchias, Hexenschuss und Bandscheibe

Chronische Schmerzen:

Es handelt sich dabei oft um vom Körper “erlernte” Schmerzzustände. Diese haben sich im Schmerzgedächtnis verankert.

Nebenwirkungen der TENS Behandlung


Die TENS Therapie ist so gut wie vollständig frei von Nebenwirkungen und rasch und günstig anwendbar (Aber: z.B. bei übermäßiger Anwendung könnte es zu einem Überstimulationssyndrom kommen, mit dem Resultat, dass Schmerzen verstärkt wahrgenommen werden). Bei der Platzierung der TENS Elektroden ist evtl. Hilfe von Nöten.

TENS Behandlungsdauer und Anwendungshäufigkeit


Behandlungsdauer TENS:

Die Behandlungsdauer von TENS und EMS Anwendungen variiert zwischen 20 und 50 Minuten. Nach durchschnittlich 30 Minuten ist in der Regel bereits der gewünschte Effekt eingetreten.

Die Dauer der Anwendung ist unter anderem abhängig von der Intensität der Stromimpulse. Bei sehr geringer Intensität können die Anwendungen unter Umständen auch mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Da unsere Körper sehr anpassungsfähig sind, sollte bei längerer Anwendung ein TENS Gerät mit modulierbarer Stromzufuhr genutzt werden. Es kann sonst ein “Gewöhnungseffekt” einsetzten - die TENS Wirkung lässt dann nach oder setzt vollständig aus.

Anwendungshäufigkeit TENS:

Je nachdem wie erfolgreich eine TENS Anwendung verläuft, kann die Anwendungshäufigkeit sehr stark variieren!

TENS Anwendungen unter Verwendung eines hohen Frequenzbereichs (ab 80 Herz) lindern Schmerzen meist nur für wenige Minuten. Bei einer fachkundigen Anwendung unter Berücksichtigung von Akupunkturpunkten, kann eine Wirkung auch mehrere Stunden vorherrschen. Die Anwendung könnte somit 3-4 mal täglich durchgeführt werden.

Chronische Schmerzen werden meist langfristig und zuhause behandelt. Damit nicht der Effekt eines “Überstimulationssyndroms” eintritt, sollte bei der Auswahl des Gerätes darauf geachtet werden, dass mehrere Stimulationsprogramme (Variationen) zur Verfügung stehen.

Die Therapiedauer bei der Behandlung von Chronischen Schmerzen kann sich über mehrere Jahren hinziehen!

Welche TENS Arten gibt es?


Konventioneller TENS:

Eine der bekanntesten TENS Arten ist das High Frequency Low Intensity TENS (Hi TENS). Frequenzen zwischen etwa 40 bis 150 Hertz werden werden dabei in sehr kurzen Impulsen ausgesendet. Phasendauer zwischen 10 und 150 µs.

Dieser kurze Impuls kann von den menschlichen Nervenbahnen nicht wahrgenommen/weitergeleitet werden. Die Intensität wird meistens so eingestellt, dass nur ein Kribbeln zu spüren ist.

Die Anwendung könnte daher über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Solange wie der Strom fließt, sollte eine Schmerzlinderung eintreten (bei Berücksichtigung von Akupunkturpunkten kann auch eine längere Linderung eintreten.


Low TENS:

Dieser TENS Art ist begründet auf Erkenntnissen der Elektroakupunktur. Mittels langer Impulse soll die Schmerzhemmung aktiviert werden. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Muskeln, welche die Schmerzen verursachen, zur Kontraktion gebracht werden. 

Um das zu erreichen, werden Frequenzen zwischen 2 bis 4 Hertz verwendet - wobei der Muskel sich deutlich “zusammenziehen” sollte. Phasendauer: zwischen 200 und 400 µs

Diese sehr intensive Methode kann erst nach ca. 20 Minuten Behandlungsdauer eine Schmerzlinderung erreichen. Eine Anwendung sollte daher mindestens 30 MInuten und nicht mehr als 45 Minuten dauern.

Die Schmerzlinderung kann bis zu mehrere Tage anhalten!

ACHTUNG: Es gibt Fälle in denen eine Anwendung von Low TENS absolut nicht zu empfehlen ist! Bitte vorher unbedingt einen Arzt konsultieren

Burst TENS:

Statt durch Einzelimpulse, werden die erwünschten Muskelkontraktionen (siehe Low TENS) mittels Impuls-Salven (Bursts) ausgelöst. Dies soll für einige Patienten angenehmer als die Einzelimpulsgabe sein.

Hifi TENS:

In der Sportphysiotherapie wird die High Frequency High Intensitiy TENS häufig angewendet. Frequenzen zwischen 60 und 100 Hertz werden bei Phasendauern zwischen 100 bis 300 µs verwendet.

Hierbei kann die Schmerzgrenze erreicht oder auch überschritten werden!

Wann dürfen TENS Geräte nicht verwendet werden?


Unter anderem dürfen TENS und EMS Geräte nicht angewendet werden:

  • Bei Anwender mit elektronischen Implantaten (z.B. Herzschrittmacher oder Pumpe)
  • Bei Herzrhythmusstörungen
  • Bei Anfallsleiden wie zum Beispiel Epilepsie
  • Bei Hauterkrankungen im Anwendungsbereich der Elektroden
  • Bei malignen Erkrankungen im Anwendungsbereich
  • Bei Schwangerschaft
  • usw. 

Die Liste ist nicht abschließend und wir empfehlen, unbedingt den zuständigen Arzt um Rat zu Fragen, bzw. eine Freigabe vor möglichen TENS Anwendungen zu erhalten.

Auch bei Gesunden sollte TENS z.B. nicht direkt über dem Herzen angewendet werden. Ebenso sollte die TENS Elektroden nicht auf dem Kehlkopf oder Hals- bzw. Kopfschlagader angebracht werden!


TENS Geräte Anwendung und Platzierung der Elektroden


TENS bei Gürtelrose (Herpes Zoster)

Es handelt sich um eine Viruserkrankung. Das Nervengewebe ist entzündet. Nach antiviraler Behandlung kann gegen den Restschmerz mit TENS vorgegangen werden. Bitte nur in Absprache mit dem Arzt anwenden.

Platzierung der Elektroden: Nie auf den Bläschen oder Pusteln platzieren!

TENS bei Nacken/Hinterkopfschmerzen

TENS bei Nackenschmerzen

Stress, Anspannungen oder falsche Liege/Schlaf/Sitzpositionen können zu Muskelverspannungen im Nacken führen. Diese Verspannungen können mittels der TENS Elektroden Therapie behandelt werden. 

TENS bei Hüftschmerzen

TENS bei Hüftschmerzen

Schmerzen in der Hüfte können die Bewegungsfähigkeit stark einschränken. Vielfach sind Probleme der Lendenwirbelsäule oder eine Arthrose im Hüftgelenk selbst (Coxarthrose) ursächlich. Eine TENS Behandlung kann Linderung verschaffen. 

TENS bei Ischias und Hexenschuss

TENS bei Hexenschusss und Ischias

Das Einklemmen des Ischiasnervs führt zum sog. Hexenschuss. TENS kann dabei helfen, die verkrampften Muskeln zu lockern und somit den Schmerz zu lindern. Achtung bei der Elektroden Platzierung - Hilfe in Anspruch nehmen. 

TENS im Lendenwirbelsäulenbereich

TENS bei Schmerzen im Lendenwirbelbereich

Durch häufiges SItzen und zu wenig Sport, verkümmern unsere Muskeln. So auch die Muskulatur im Lendenwirbelbereich. Eine Stimulation (EMS) durch Reizstrom, kann diese Muskeln stärken. Bei der Elektroden Platzierung kann es notwendig sein, einen Dritten um Hilfe zu bitten. 

TENS bei Kopfschmerzen durch HWS Syndrom

TENS bei HWS Kopfschmerz

Kopfschmerz, der durch Verspannung der Schulter oder Nacken Muskulatur ausgelöst wird kann mittels TENS behandelt werden. Die Elektroden Platzierung sollte durch einen Dritten vorgenommen werden. 

TENS bei Menstruationsschmerz

TENS bei Menstruationsschmerzen

Verkrampfte Regionen lösen und entspannen. Schmerzlinderndes TENS ist auch bei Regelbeschwerden anwendbar. Die elektrische Nervenstimulation kann lindernd wirken. 

TENS bei Armschmerzen

TENS bei Schmerzen im Arm

Armschmerzen treten meist in Verbindung mit einer Verspannung der Halswirbelsäule (HWS) auf. Es empfiehlt sich daher, den HWS Bereich ebenso mit TENS zu behandeln. Hier kann die Elektrische Nervenstimulation hilfreich sein.  

TENS bei Phantomschmerzen (Amputation)

TENS bei Phantomschmerzen nach Amputation

Nach einer Amputation kann es zu Phantomschmerzen kommen. Die TENS Therapie kann auch hier zur Anwendung kommen und mögliche Schmerzen lindern. Bei der Elektroden Platzierung ist es hilfreich eine "dritte" Hand in Anspruch zu nehmen. 

TENS bei Rückenschmerzen HWS

Rückenschmerzen bei HWS mit TENS behandeln

Je nach Lage des Schmerzes können verschiedene Positionen der Elektroden sinnvoll sein. Die beiden Beispiele beziehen sich auf Halswirbelsäule (HWS) und Brustwirbelsäule (BWS) Die Tens Therapie kann Linderung verschaffen. 

TENS bei Rückenschmerzen BWS

TENS bei BWS

Rückenschmerzen verursacht durch eine "Verspannung" der Brustwirbel können mittel TENS Therapie behandelt werden. 

TENS bei Schleudertrauma

TENS bei Schleudertrauma

Ein Schleudertrauma kann mit der TENS Therapie gut behandelt werden. Die Schmerzen sollten sich in einem absehbaren Zeitrahmen zurückbilden. Die TENS Elektroden lassen sich am besten durch einen Dritten platzieren. 

TENS bei Schmerzen in der Schulter

TENS bei Schulterschmerzen

Verspannte Muskeln und einseitig belastete Schultern dürfen mit der Tens Therapie behandelt werden. 

TENS bei Spannungskopfschmerzen

TENS bei Spannungskopfschmerz

Der Nackenbereich ist vielfach Ursache für den Spannungskopfschmerz

TENS bei Schmerzen im Sprunggelenk

TENS bei Schmerzen im Sprunggelenk

Starke Belastungen können Schmerzen im Sprunggelenk verursachen

TENS bei Knieschmerzen

TENS bei Schmerzen im Knie

Platzierung der Elektroden: Knieschmerzen können mittels der TENS Behandlung gelindert werden.


TENS bei Tennisarm

Tennisarm mit Strom behandeln

Tennisarm, Golferellenbogen: Stoßwellen-Therapie, TENS und Dehnübungen versprechen Erfolg. Nach der Therapie sollte eine Stärkung der Muskulatur erfolgen (EMS). Die Elektroden Platzierung ist nicht schwer. 


TENS bei Knieschmerzen

TENS bei Schmerzen im Knie

Knieschmerzen können mittels der TENS Behandlung gelindert werden. Die Elektroden Platzierung ist einfach durchführbar

TENS bei Migräne

Migräne mit Elektrotherapie lindern

Schmerzlindernd können die Elektroden wie oben aufgezeigt, angebracht werden. Auch hier ist eine Elektroden Platzierung in Eigenregie durchführbar. 

TENS Video Guide Vergleichssieger


Beckenbodenstimulation gegen Inkontinenz

Ein Training des Schließmuskels und des Beckenbodens kann der Inkontinenz gezielt entgegenwirken. Anatomisch speziell geformte Sonden übertragen den elektrischen Reiz dort, wo er zur Stärkung der Muskeln benötigt wird.

Die  kommt gänzlich ohne Medikamente aus. Es wird lediglich eine entsprechende Sonde benötigt. Das klassische TENS Gerät wäre allerdings nicht geeignet. Es empfiehlt sich daher der Kauf eines Kombigeräts.

1.Die Belastungsinkontinenz

Dies ist die häufigste Form der Inkontinenz und betrifft vorrangig Frauen. Doch auch Männer können darunter leiden, wenn auch prozentual gesehen deutlich weniger. Der Harnverlust tritt beim Lachen, Husten, Niesen oder bei leichter körperlicher Bewegung auf. Sobald ein gewisser Druck im Bauchraum entsteht, kommt es zum Abgang des Urins.

Grund ist meist ein geschwächter Beckenboden, wie er etwa nach einer Geburt oder in den Wechseljahren auftreten kann.

Erste Gegenmaßnahmen bestehen meist im Tragen einer Vorlage, was auf Dauer aber natürlich keine Lösung darstellt. Die Auswirkungen der Belastungsinkontinenz werden im Laufe der Zeit immer stärker spürbar, wenn die Beckenbodenmuskulatur weiter erschlafft und Druck im Bauchraum immer weniger ausgeglichen werden kann.

2.Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz wird gern auch als Reizblase bezeichnet und ist auf eine überaktive Blase zurückzuführen. Diese zieht sich unfreiwillig zusammen und entleert sich dabei teilweise oder sogar vollständig. Teilweise verspüren Betroffene einen starken Harndrang, müssen dann aber, wenn sie auf der Toilette sind, keinen Harn lassen. Bei der trockenen Form der überaktiven Blase tritt kein Urin aus, dafür herrscht ein ständiger Harndrang und die Betroffenen gehen bis zu 20 Mal am Tag zur Toilette.

Auf Dauer wird das als sehr belastend empfunden, zumal bei der nassen Form der Dranginkontinenz die Angst davor, dass von außen das Einnässen zu sehen ist, hinzukommt.

3.Überlaufinkontinenz

Füllt sich die Blase mit mehr Urin, als sie fassen kann, geht häufig die ganze Zeit über ständig Harn ab. Die Betroffenen leiden darunter, dass sie nie das Gefühl haben, die Blase vollständig entleert zu haben und dass Urin immer tröpfelt. Oft liegen hier Störungen zwischen Blase und Gehirn zugrunde, auch Blockaden der Harnröhre sind möglich. Diese Probleme bewirken, dass sich die Blase stärker füllt, als sie sollte und den Urin nicht mehr fassen kann.

4.Funktionale Inkontinenz

Der Betroffene ist nicht in der Lage, den Urin zurückzuhalten, weil er chronisch krank ist oder weil er nicht mobil genug ist, um die Toilette aufzusuchen. Das heißt, die Meldung „Blase voll, Toilette aufsuchen“ kommt zwar im Gehirn des Betroffenen an, jedoch kann er die nötigen „Gegenmaßnahmen“ nicht einleiten, weil er einfach nicht schnell genug zur Toilette kommt.

Häufig werden dann Urinierbeutel eingesetzt, die vor allem nachts ein wenig Erleichterung verschaffen können. Sie sind im Prinzip mit einer Windel vergleichbar und nehmen im Kern (ein Granulat, was unter Einfluss von Feuchtigkeit zu Gel wird) sehr viel Flüssigkeit auf.

5.Reflexinkontinenz

Die Blasenfunktion kann nicht mehr komplett kontrolliert werden, was zum Beispiel durch eine Verletzung des Rückenmarks auftreten kann. Gekennzeichnet ist die Reflexinkontinenz auch dadurch, dass der Harn kontinuierlich tropft oder sich die Blase plötzlich vollständig entleert.

Der Betroffene nimmt dies nicht einmal in jedem Fall wahr, daher wird die Form auch als „unbewusste Inkontinenz“ bezeichnet. Diese Form ist für Betroffene sehr schlimm, da sie keine Chance haben, dem Problem durch das rechtzeitige Aufsuchen der Toilette entgegenzuwirken.

6.Gemischte Inkontinenz

Hierbei treten mehrere Formen der Inkontinenz gleichzeitig auf, daher müssen immer alle Symptome durch den Arzt begutachtet werden. Die doppelte Inkontinenz hingegen besteht dann, wenn der Patient sowohl an der Harn- als auch an der Stuhlinkontinenz leidet. Wichtig ist daher, dem Arzt alle Symptome der Inkontinenz zu schildern, sodass eine Zuordnung zu einer Form leichter möglich wird. Außerdem wird damit eher sichergestellt, dass alle Symptome zur Behandlung herangezogen werden.

7.Extraurethrale Inkontinenz

Diese Form wird in der Regel durch Fisteln verursacht und kann nur operativ behandelt werden. Vereinfacht gesagt, sammelt sich in jeder gebildeten Fistel der Urin, der dann unwillkürlich abgeht. Das wiederum ist vom Patienten nicht zu beeinflussen.

8.Stuhlinkontinenz

Häufig führen Verletzungen während einer Geburt zu einer Stuhlinkontinenz, bei der der Schließmuskel nicht mehr ausreichend mit Nerven versorgt wird. Auch altersbedingt kann der Schließmuskel nachlassen, dazu kommen afternahe Operationen und Infektionen sowie Tumorerkrankungen als Auslöser der Stuhlinkontinenz.

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Wie lässt sich Inkontinenz behandeln?

Die Therapie der Inkontinenz erfolgt auf verschiedenen Wegen und ist abhängig von der Ursache des unwillkürlichen Harnabgangs. Vor allem die Stressinkontinenz (Belastungsinkontinenz) lässt sich gut behandeln, ist sie doch meist auf eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur zurückzuführen. So wird diese auch durch ein gezieltes Training gestärkt – die Auswirkungen lassen jedoch bis zu sechs Monate auf sich warten.

Manchmal reicht es auch schon, etwas Gewicht zu reduzieren sowie auf die Umstände zu achten, in denen die Harninkontinenz auftritt. Vermeiden Sie das Heben schwerer Lasten, wenn dabei die Blase den Urin nicht mehr halten kann.

Hilft auch eine Östrogentherapie nicht mehr weiter (wenn die Ursache der Inkontinenz in einem Hormonmangel liegt), kommt zum Beispiel die Elektrostimulation zur Tens Behandlung zum Einsatz. Kleine elektrische Impulse reizen dann die Nerven, die die Harnblase steuern, und regen diese dazu an, ihrer natürlichen Funktion wieder nachzukommen.

Ist die Blasenabsenkung Ursache des Inkontinenzproblems, so kann eine Operation mit Anhebung der vorderen Scheidenwand hilfreich sein. Die Blase kann dann nicht mehr absinken. Auch die Absenkung der Gebärmutter kann ursächlich für die Harninkontinenz sein, diese wird ebenfalls operativ behoben.

Fisteln, die als Ursache für die extraurethrale Inkontinenz gelten, müssen großzügig herausgeschnitten werden. Blase und Scheide werden dabei rekonstruiert.

Die Reflexinkontinenz kann nicht therapiert werden, denn sie entsteht durch Fehlbildungen oder Schädigungen am Rückenmark. Hier kann der Arzt nur versuchen, dem Patienten das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Vorlagen und Inkontinenzwindeln sowie Urinierbeutel helfen dabei, sich nicht zu stark einschränken zu müssen und wenigstens am sozialen Leben weiterhin teilhaben zu können.

Wie lässt sich Inkontinenz mittels Reizstrom behandeln?

Die Behandlung mithilfe der Tens Anwendung gilt als bewährte Anwendungsmethode, um eine Inkontinenz zu behandeln. Ist die Ursache der Inkontinenz in einer schwachen Beckenbodenmuskulatur zu sehen, so muss diese gezielt mit täglichen Übungen gestärkt werden.

Hier setzt die Behandlung mit Reizstrom an, denn die sanften Reizströme stärken die Beckenbodenmuskulatur besonders effektiv. Physiotherapeuten empfehlen sogar, zuerst mit Reizstrom zu behandeln und dann erst mit dem Beckenbodentraining zu beginnen, wenn die Muskulatur bereits ein wenig gestärkt ist.

Durch das Hilfsmittel Tens Anwendung lernen die Betroffenen, ihren Beckenboden überhaupt erst bewusst zu spüren und „ansprechen“ zu können. Dies ist die Voraussetzung für eine starke Beckenbodenmuskulatur. Die Reizstromtherapie gilt als besonders sanft und angenehm, ist dabei völlig ungefährlich und absolut schmerzfrei. Mediziner und Physiotherapeuten nutzen diese Therapieform gleichermaßen seit geraumer Zeit mit großem Erfolg.

Dennoch lehnen viele Patienten die als unangenehm empfundene Methode der Nutzung von Einführelektroden ab.

Einige moderne Geräte (Link zum Händler) setzen daher auf andere Behandlungsmethoden, sodass die altbekannten Einführelektroden nicht mehr nötig sind. Aufgrund ihrer Effektivität sind Einführelektroden allerdings immer noch zu bevorzugen.

Die Therapie mit Reizstrom eignet sich nicht nur für die Behandlung der Belastungsinkontinenz, sondern ist auch bei der Dranginkontinenz geeignet. Dabei stimuliert das Gerät die Sakralnerven im Bereich des unteren Rückens und reduziert damit die Überaktivität der Muskeln, die am Harnabgang beteiligt sind.

Noch einmal zur Verdeutlichung: Bei der Reizstromtherapie bzw. bei der Elektrostimulation spannen Sie den Schließmuskeln nicht selbst aktiv an. Die elektrischen Stromimpulse, die Ihr Körper erhält, lassen sich die Muskeln zusammenziehen und danach wieder lockern.

Die Behandlungsmethode ist allerdings nur in den Fällen sinnvoll, bei denen die Behandlung über eine Stärkung des Beckenbodens und des Schließmuskels zum Erfolg führen kann. Sind beispielsweise die Nerven im kleinen Becken geschädigt oder ist das untere Rückenmark betroffen, regen die elektrischen Impulse die Muskulatur zu einer beständigen Kontraktion an.

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Intravesikale Elektrostimulation

Der Strom wird hierbei direkt in die Blase übertragen, wodurch dort bestimmte Rezeptoren stimuliert werden. Diese wiederum lassen eine Kontraktion zu, die reflexartig geschieht. Um das zu erreichen, führt der Arzt einen Katheder durch die Harnröhre, und zwar so weit, bis Harn kommt. Der Katheder wird danach mit einem Stöpsel abgedichtet.

Der Harn, der sich in der Blase befindet, stellt sozusagen eine Elektrode dar. Ist kein Harn vorhanden, flutet der Arzt die Blase mit einer Natriumchlorid-Lösung auf. Am Rücken, am Bauch oder unter dem Hoden wird dann die Gegenelektrode angebracht. Die Behandlung dauert jeweils rund 90 Minuten und wird mehrmals pro Woche durchgeführt. Allerdings müssen die Patienten dafür ein spezielles Zentrum aufsuchen.

Vaginal- oder Rektalsonde

Diese Behandlungsmethode stellt die einfachste Art und Weise dar und ist auch zu Hause anwendbar. Das Training findet ungefähr wie beim Biofeedbacktraining statt.

Sie brauchen als Patient nichts weiter zu tun, als die Sonde in Scheide oder After einzuführen und das Gerät anzustellen. Die Stromimpulse haben eine Stärke von 20 bis 60 Hertz, die einzelnen Impulse dauern zwischen fünf und zehn Sekunden.

Dazwischen liegen immer rund 20 Sekunden. Ein- bis zweimal täglich müssen Sie die Reizstromtherapie anwenden, wobei die einzelne Anwendungsdauer rund 30 Minuten beträgt.

Die genaue Behandlung legt aber der Arzt fest. Erfolgsraten von bis zu 90 Prozent sind dabei möglich.

Reizstromgeräte sind als Hilfsmittel von den Krankenkassen anerkannt und können daher vom Arzt verschrieben werden!

Elektrostimulation und Biofeedback

Die Elektrostimulation mittels Tens Elektroden lässt sich wunderbar mit dem Biofeedback verbinden. Biofeedback lässt die Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur sicht- und hörbar werden und unterstützt damit effektiv das Training. Außerdem erfährt der Patient, ob er überhaupt die richtige Muskelgruppe trainiert. Die Erfolgsaussichten bei dieser Behandlungsform sind aber nur gut, wenn Sie als Patient regelmäßig mitarbeiten und mit dem behandelnden Arzt kooperieren.

Mithilfe des Biofeedbacks können alle Formen der Inkontinenz behandelt werden, wobei es vor allem bei der Therapie einer Belastungsinkontinenz zum Einsatz kommt.

Nach genauer fachlicher Anleitung bekommt der Patient ein Biofeedback-Gerät mit nach Hause und kann hier sein Training eigenständig durchführen. Einmal in der Woche wird der Arzt kontrollieren, ob das Gerät richtig angewendet wird. Für die einzelnen Übungseinheiten führen Sie eine kleine Sonde in After oder Scheide ein, diese ist mit einem Kabel mit dem Messgerät verbunden.

Spannen Sie dann den Beckenboden an und die Muskeln senden elektrische Impulse, die über das Gerät verstärkt werden. Im Gerät sind vorgegebene Werte gespeichert, diese müssen Sie erreichen. Die Effektivität des Trainings durch Tens Elektroden lässt sich über die LED-Anzeige wunderbar verfolgen, dazu kommt ein akustisches Signal, das Ihnen verrät, ob Sie die gewünschte Muskelkontraktion erreicht haben. Insgesamt ist die Motivation des Trainings durch das Einsetzen solcher Geräte größer, denn die akustische und optische Rückmeldung regt dazu an, alles Richtig machen zu wollen.

Elektrostimulation und Biofeedback sind in etwa vergleichbar, die zugrunde liegende Technik ist ähnlich. Wichtiger Unterschied ist aber die akustische und optische Rückmeldung, dank der sich der Patient nicht ständig fragen muss, ob er alles richtig macht oder ob die Therapie eventuell weniger Erfolg versprechend ist, weil er unbemerkt nicht richtig trainiert.

Abschließend muss natürlich festgehalten werden, dass wir keine ärztlichen Empfehlungen oder Ratschläge aussprechen können. Bitte konsultieren Sie IMMER und vor jeglicher TENS oder EMS Anwendung den Arzt Ihres Vertrauens!

Letzte Aktualisierung am 27.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API