TENS Geräte Anwendung und Elektrodenplatzierung

Schon vor mehreren Tausend Jahren sollen die Ägypter Schmerzen mit Strom gelindert haben. Damals wurden zu diesem Zweck Fische aufgelegt, welche einen Stromstoß erzeugen können (sog. Elektrische Fische).

​Glücklicherweise brauchen wir auf diese altertümlichen Methoden nicht mehr verlassen, sondern können unter einer Vielzahl von TENS Geräten auswählen. TENS steht hierbei für Transkutane Elektrische Nervenstimulation und ist ein anerkanntes Verfahren der Schmerztherapie.


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​Anwendung - oder wie funktioniert TENS

Mehrere Klebeelektroden (meist 2 oder 4) werden auf den betroffenen Arealen platziert. Hierbei sind u.A. auch der Verlauf von Nervenbahnen, sowie die Lage von Akupunktur- bzw. Schmerzpunkten zu berücksichtigen.

Die nun durch das TENS Gerät ausgesendeten elektrischen Impulse werden durch die Haut in den Körper übertragen und reizen dabei die im Gewebe liegenden Nerven.​

TENS Elektroden bei Rückenschmerzen

Gemäß der Kontrollschrankentheorie (entwickelt von den Schmerzforschern Prof. Ronald Melzack und Prof. Patrick Wall) senden nun die stimulierten Nerven ihrerseits einen Impuls an das Rückenmark. Dabei wird die laut Theorie, die Übertragung des zu behandelnde Schmerzes unterbrochen.

In neuerer Zeit wurden allerdings einige Bereiche dieser Theorie widerlegt bzw. falsifiziert. Wer allerdings unter chronischen Schmerzen leidet, wird weiterhin jede Möglichkeit ausprobieren, um diese zu lindern. Vielfach wurde auf eine Schmerzlinderung bzw. Verbesserung der Schmerzsituation hingewiesen 

Schmerzarten welche mit TENS gelindert werden


Akute Schmerzen:

Diese Schmerzen sind als Warnsignal zu verstehen und weisen auf einen entstehenden oder gerade entstandenen Schaden oder Verletzung hin. Auslöser sind häufig (wiederholt ausgeführte) "falsche" Bewegungen, das unsachgemäße Heben von schweren Gegenständen oder abrupte Bewegungen, Stauchungen bzw. andere äußere Einwirkungen. 

Rückenschmerz bei ISchias, Hexenschuss und Bandscheibe

Chronische Schmerzen:

Es handelt sich dabei oft um vom Körper “erlernte” Schmerzzustände. Diese haben sich im Schmerzgedächtnis verankert.

Nebenwirkungen der TENS Behandlung


Die TENS Therapie ist so gut wie vollständig frei von Nebenwirkungen und rasch und günstig anwendbar (Aber: z.B. bei übermäßiger Anwendung könnte es zu einem Überstimulationssyndrom kommen, mit dem Resultat, dass Schmerzen verstärkt wahrgenommen werden)

TENS Behandlungsdauer und Anwendungshäufigkeit​


Behandlungsdauer TENS:

Die Behandlungsdauer von TENS und EMS Anwendungen variiert zwischen 20 und 50 Minuten. Nach durchschnittlich 30 Minuten ist in der Regel bereits der gewünschte Effekt eingetreten.

Die Dauer der Anwendung ist unter anderem abhängig von der Intensität der Stromimpulse. Bei sehr geringer Intensität können die Anwendungen unter Umständen auch mehrere Stunden in Anspruch nehmen.​

Da unsere Körper sehr anpassungsfähig sind, sollte bei längerer Anwendung ein TENS Gerät mit modulierbarer Stromzufuhr genutzt werden. Es kann sonst ein “Gewöhnungseffekt” einsetzten - die TENS Wirkung lässt dann nach oder setzt vollständig aus.

Anwendungshäufigkeit TENS:

Je nachdem wie erfolgreich eine TENS Anwendung verläuft, kann die Anwendungshäufigkeit sehr stark variieren!

TENS Anwendungen unter Verwendung eines hohen Frequenzbereichs (ab 80 Herz) lindern Schmerzen meist nur für wenige Minuten. Bei einer fachkundigen Anwendung unter Berücksichtigung von Akupunkturpunkten, kann eine Wirkung auch mehrere Stunden vorherrschen. Die Anwendung könnte somit 3-4 mal täglich durchgeführt werden.

​Chronische Schmerzen werden meist langfristig und zuhause behandelt. Damit nicht der Effekt eines “Überstimulationssyndroms” eintritt, sollte bei der Auswahl des Gerätes darauf geachtet werden, dass mehrere Stimulationsprogramme (Variationen) zur Verfügung stehen.

Die Therapiedauer bei der Behandlung von Chronischen Schmerzen kann sich über mehrere Jahren hinziehen!

Welche TENS Arten gibt es?


Konventioneller TENS:

​Eine der bekanntesten TENS Arten ist das High Frequency Low Intensity TENS (Hi TENS). Frequenzen zwischen etwa 40 bis 150 Hertz werden werden dabei in sehr kurzen Impulsen ausgesendet. Phasendauer zwischen 10 und 150 µs.

Dieser kurze Impuls kann von den menschlichen Nervenbahnen nicht wahrgenommen/weitergeleitet werden. Die Intensität wird meistens so eingestellt, dass nur ein Kribbeln zu spüren ist.

Die Anwendung könnte daher über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Solange wie der Strom fließt, sollte eine Schmerzlinderung eintreten (bei Berücksichtigung von Akupunkturpunkten kann auch eine längere Linderung eintreten. ​


Low TENS:

Dieser TENS Art ist begründet auf Erkenntnissen der Elektroakupunktur. Mittels langer Impulse soll die Schmerzhemmung aktiviert werden. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die​ Muskeln, welche die Schmerzen verursachen, zur Kontraktion gebracht werden. 

Um das zu erreichen, werden Frequenzen zwischen 2 bis 4 Hertz verwendet - wobei der Muskel sich deutlich “zusammenziehen” sollte. Phasendauer: zwischen 200 und 400 µs​

Diese sehr intensive Methode kann erst nach ca. 20 Minuten Behandlungsdauer eine Schmerzlinderung erreichen. Eine Anwendung sollte daher mindestens 30 MInuten und nicht mehr als 45 Minuten dauern.

​Die Schmerzlinderung kann bis zu mehrere Tage anhalten!

ACHTUNG: Es gibt Fälle in denen eine Anwendung von Low TENS absolut nicht zu empfehlen ist! Bitte vorher unbedingt einen Arzt konsultieren

Burst TENS:

Statt durch Einzelimpulse, werden die erwünschten Muskelkontraktionen (siehe Low TENS) mittels Impuls-Salven (Bursts) ausgelöst. Dies soll für einige Patienten angenehmer als die Einzelimpulsgabe sein.

Hifi TENS:

In der Sportphysiotherapie wird die High Frequency High Intensitiy TENS häufig angewendet. Frequenzen zwischen 60 und 100 Hertz werden bei Phasendauern zwischen 100 bis 300 µs verwendet.

Hierbei kann die Schmerzgrenze erreicht oder auch überschritten werden!

Wann dürfen TENS Geräte nicht verwendet werden?


Unter anderem dürfen TENS und EMS Geräte nicht angewendet werden:

  • Bei Anwender mit elektronischen Implantaten (z.B. Herzschrittmacher oder Pumpe)
  • Bei Herzrhythmusstörungen
  • Bei Anfallsleiden wie zum Beispiel Epilepsie
  • Bei Hauterkrankungen im Anwendungsbereich der Elektroden
  • Bei malignen Erkrankungen im Anwendungsbereich
  • Bei Schwangerschaft
  • usw. 

Die Liste ist nicht abschließend und wir empfehlen, unbedingt den zuständigen Arzt um Rat zu Fragen, bzw. eine Freigabe zu erhalten.

Auch bei Gesunden sollte TENS z.B. nicht direkt über dem Herzen angewendet werden. Ebenso sollte die TENS Elektroden nicht auf dem Kehlkopf oder Hals- bzw. Kopfschlagader angebracht werden!


TENS Geräte Anwendung und Platzierung der Elektroden


TENS bei Gürtelrose (Herpes Zoster)

Es handelt sich um eine Viruserkrankung. Das Nervengewebe ist entzündet. Nach antiviraler Behandlung kann gegen den Restschmerz mit TENS vorgegangen werden. Bitte nur in Absprache mit dem Arzt anwenden.

Nie auf den Bläschen oder Pusteln platzieren!

​TENS bei Nacken/Hinterkopfschmerzen

TENS bei Nackenschmerzen

Stress, Anspannungen oder falsche Liege/Schlaf/Sitzpositionen können zu Muskelverspannungen im Nacken führen. Diese Verspannungen können mittels der TENS Therapie behandelt werden.

TENS bei Hüftschmerzen

TENS bei Hüftschmerzen

Schmerzen in der Hüfte können die Bewegungsfähigkeit stark einschränken. Vielfach sind Probleme der Lendenwirbelsäule oder eine Arthrose im Hüftgelenk selbst (Coxarthrose) ursächlich. Eine TENS Behandlung kann Linderung verschaffen. 

TENS bei Ischias und Hexenschuss

TENS bei Hexenschusss und Ischias

Das Einklemmen des Ischiasnervs führt zum sog. Hexenschuss. TENS kann dabei helfen, die verkrampften Muskeln zu lockern und somit den Schmerz zu lindern.

TENS im Lendenwirbelsäulenbereich

TENS bei Schmerzen im Lendenwirbelbereich

Durch häufiges SItzen und zu wenig Sport, verkümmern unsere Muskeln. So auch die Muskulatur im Lendenwirbelbereich. Eine Stimulation (EMS) durch Reizstrom, kann diese Muskeln stärken.

TENS bei Kopfschmerzen durch HWS Syndrom

TENS bei HWS Kopfschmerz

Kopfschmerz, der durch Verspannung der Schulter oder Nacken Muskulatur ausgelöst wird kann mittels TENS behandelt werden.

TENS bei Menstruationsschmerz

TENS bei Menstruationsschmerzen

Verkrampfte Regionen lösen und entspannen. Schmerzlinderndes TENS ist auch bei Regelbeschwerden anwendbar.

TENS bei Armschmerzen

TENS bei Schmerzen im Arm

Armschmerzen treten meist in Verbindung mit einer Verspannung der Halswirbelsäule (HWS) auf. Es empfiehlt sich daher, den HWS Bereich ebenso mit TENS zu behandeln.

TENS bei Phantomschmerzen (Amputation)

TENS bei Phantomschmerzen nach Amputation

NAch einer Amputation kann es zu Phantomschmerzen kommen. DIe TENS Therapie kann auch hier zur Anwendung kommen und mögliche Schmerzen lindern, 

TENS bei Rückenschmerzen HWS

Rückenschmerzen bei HWS mit TENS behandeln

Je nach Lage des Schmerzes können verschiedene Positionen der Elektroden sinnvoll sein. Die beiden Beispiele beziehen sich auf Halswirbelsäule (HWS) und Brustwirbelsäule (BWS)

TENS bei Rückenschmerzen BWS

TENS bei BWS

Rückenschmerzen verursacht durch eine "Verspannung" der Brustwirbel können mittel TENS behandelt werden. 

TENS bei Schleudertrauma

TENS bei Schleudertrauma

Ein Schleudertrauma kann mit der TENS Therapie gut behandelt werden. Die Schmerzen sollten sich in einem absehbaren Zeitrahmen zurückbilden. 

TENS bei Schmerzen in der Schulter

TENS bei Schulterschmerzen

Verspannte Muskeln und einseitig belastete Schultern dürfen mit TENS behandelt werden. 

TENS bei Spannungskopfschmerzen

TENS bei Spannungskopfschmerz

Der Nackenbereich ist vielfach Ursache für den Spannungskopfschmerz

TENS bei Schmerzen im Sprunggelenk

TENS bei Schmerzen im Sprunggelenk

Starke Belastungen können Schmerzen im Sprunggelenk verursachen

TENS bei Knieschmerzen

TENS bei Schmerzen im Knie

Knieschmerzen können mittels der TENS Behandlung gelindert werden.


TENS bei Tennisarm

Tennisarm mit Strom behandeln

Tennisarm, Golferellenbogen: Stoßwellen-Therapie, TENS und Dehnübungen versprechen Erfolg. Nach der Therapie sollte eine Stärkung der Muskulatur erfolgen (EMS)


TENS bei Knieschmerzen

TENS bei Schmerzen im Knie

Knieschmerzen können mittels der TENS Behandlung gelindert werden.

TENS bei Migräne

Migräne mit Elektrotherapie lindern

Schmerzlindernd können die Elektroden wie oben aufgezeigt, angebracht werden

TENS Video Guide Vergleichssieger


Beckenbodenstimulation gegen Inkontinenz

Ein Training des Schließmuskels und des Beckenbodens kann der Inkontinenz gezielt entgegenwirken. Anatomisch speziell geformte Sonden übertragen den elektrischen Reiz dort, wo er zur Stärkung der Muskeln benötigt wird.

Die kommt gänzlich ohne Medikamente aus. Es wird lediglich eine entsprechende Sonde benötigt. Das klassische TENS Gerät wäre allerdings nicht geeignet. Es empfiehlt sich daher der Kauf eines TENS EMS Kombigeräts. Hier finden Sie unseren Artikel zu dem Thema - Inkontinenz mit Reizstrom behandeln

Abschließend muss natürlich festgehalten werden, dass wir keine ärztlichen Empfehlungen oder Ratschläge aussprechen können. Bitte konsultieren Sie IMMER und vor jeglicher TENS oder EMS Anwendung​ den Arzt Ihres Vertrauens! 

Letzte Aktualisierung am 16.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API