Ischiasschmerzen und Hexenschuss mit TENS behandeln

Ischiasschmerzen: TENS Elektrostimulation sorgt für Linderung

Hexenschussgefahr: Sie heben einen Getränkekasten, da stellt sich im unteren Rückenbereich ein dumpfer, bis in die Beine ausstrahlender Schmerz ein. Schuld an solchen Szenarien ist oft der Ischiasnerv. Ischias Schmerzen, kurz: Ischias, sind in den Industrieländern eine der häufigsten Beschwerden mittleren Alters und gelten als Hauptfaktor für chronische Rückenleiden.

Als Behandlungsmethode für Ischias Schmerzen und andere Schmerzleiden im Lendenbereich hat sich das elektrotherapeutische Verfahren TENS etabliert. Die Reizstrombehandlung mit einem sogenannten TENS Gerät* entspannt die Muskeln (bzw. unterbricht die Schmerzübermittelung) und lindert so den Schmerz bei Hexenschuss und anderen Ischias Beschwerden.

langes Sitzen kann Rückenschmerzen verursachen

Ischiasnerv: Verlauf vom Rücken bis in die Füße

Beim Ischiasnerv (Nervus ischiadicus, Sitzbeinnerv oder Hüftnerv) handelt es sich um den längsten und stärksten Körpernerv des Menschen. Seine Aufgabe ist die Reizwahrnehmung und -übermittlung ans Rückenmark. Nach der Passage dieser Schaltstelle zwischen peripherem und zentralem Nervensystem erreichen Reizempfindungen aus dem Verteilungsgebiet des peripheren Nervs das Gehirn, wo neben der Reizverarbeitung die Beantwortung des Reiseinflusses eingeleitet wird.

Bewegungsbefehle aus dem zentralen Nervensystem übermittelt der gemischte Ischiasnerv über das Rückenmark außerdem an die Beine und Füße. Wie alle Mischnerven enthält der Nervus ischiadicus sensorische und motorische Nervenfasern. Sensorische Fasern führen ins zentrale Nervensystem. Motorische Fasern zählen zu den absteigenden Bahnen und leiten dementsprechend daraus heraus.

Eigentlich entspricht der Ischiasnerv nicht etwa einem Einzelnerv, sondern einer bindegewebeumhüllten Nervenbündelung aus zwei separaten Nervensträngen. Der Ursprung des mächtigen Bündels befindet sich im Bereich des Rückenmarks, wo die Wurzeln der Nervenleitbahnen zwischen dem vierten Lendenwirbel (Lumbalwirbel) und dem zweiten Kreuzbeinwirbel (Sakralwirbel) liegen.

Der Sitzbeinnerv zieht sich von hieraus über das Gesäß und die Oberschenkel bis in die Beine und Füße. Ab der Kniekehle teilt sich der Nerv in einen Waden- und einen Schienbeinnerv.

Ischias: Wann der Ischiasnerv Schmerzen verursacht

Schädigungen des Ischiasnervs sind ein weit verbreiteter Auslöser für verschiedene Schmerzleiden der Industrienationen. Männer sind von solchen Schmerzen am Ischiasnerv etwas häufiger betroffen als Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter für entsprechende Schmerzsymptomatik liegt bei rund 30 Jahren.

Der eigentliche Auslöser für den Schmerz liegt dabei häufig im vorausgegangenen Lebensjahrzehnt. Rund 80 Prozent aller Deutschen sind von Rückenleiden betroffen, die bei gut jedem Dritten in eine chronische Symptomatik übergehen. Ischias ist in diesem Zusammenhang ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Was Ärzte als Ischialgie oder Ischias-Syndrom bezeichnen, entspricht einer sogenannten Neuralgie im Bereich des Ischiasnervs. Wie alle Neuralgien entsteht auch die Ischialgie infolge peripherer Nervenschädigungen. Die Nervenschäden gehen dabei auf eine Überreizung des starken Ischiasnervenbündels zurück.

Solche Überreizungen entstehen durch die Exposition gegenüber Schadeinflüssen unterschiedlicher Natur. Grob unterscheiden lassen sich in diesem Zusammenhang mechanische, chemische und biologische Belastungen, wobei für den Ischiasnerv mechanische Reize verlaufs- und engstellenbedingt besonders relevant sind.

Das Immunsystem beantwortet Reizeinflüsse über dem Durchschnittsmaß mit Entzündungen, die das betroffene Gewebe von Schadeinflüssen reinigen sollen. Sobald sich der Ischiasnerv überlastungsbedingt entzündet, tritt bohrend dumpfer, leicht ziehender Rückenschmerz mit Ausstrahlungsgebiet in Richtung Beine auf.

Ischias Schmerzen: Symptome treten plötzlich auf

Charakteristisch für Ischias Schmerzen ist eine plötzlich einsetzende Symptomatik mit starken Beschwerden. Bei ausstrahlender Symptomatik, die vom Bereich der Lendenwirbelsäule aus die Beine erreicht, handelt es sich fast immer um Ischiasschmerzen. Beine und Füße von Betroffenen können wegen den sensorischen Nervenfasern des Nervus ischiadus Gefühlsstörungen zeigen.

Am häufigsten stellt sich in diesem Zusammenhang ameisenähnliches Kribbeln oder Taubheitsgefühl ein. Auch Temperaturmissempfindungen kommen vor. Da der Mischnerv über motorische Fasern die Muskulatur der Beine und Füße steuert, sind Lähmungserscheinungen ein denkbares Begleitsymptom. Bei leichten Überreizungen tritt statt tatsächlichen Lähmungen meist ein Schwächegefühl im Bereich der Beine auf.

Viele Patienten mit Ischias Symptomen können sich außerdem kaum noch bücken oder im Oberkörper drehen. Oft begeben sich die Betroffenen zur Schmerzvermeidung in vorgebeugte Schonhaltung. Aufrechtes Stehen intensiviert die Schmerzsymptomatik und wird meist vermieden. In einem Großteil aller Fälle betreffen ausstrahlende Ischias Schmerzen ein einzelnes Bein und nehmen in akuten Belastungssituationen ihren Anfang: so beispielsweise beim Heben schwerer Lasten.

Liegt dem Ischias Syndrom eine schwerere Schädigung des Nervus ischiadus zugrunde, so können sich zusätzlich zu den genannten Symptomen Entleerungsstörungen im Bereich der Blase und des Darms einstellen.

Schmerzleiden mit vielen Gründen: Welche Ursachen Ischias auslösen

Nervenüberreizungen bilden die Basis für Ischias. Ursachen im Sinne von auslösenden Reizen gibt es viele. In Industrienationen verbringen Bürger einen Großteil ihrer Tage in sitzender Position. Dieser Zusammenhang allein kann auf lange Sicht Ursache für Ischias Beschwerden sein. Zu den häufigsten Gründen für Schmerzen am Ischiasnerv zählen außerdem Reizungen durch

  • Bandscheibenvorfall oder Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) an den unteren Bandscheiben, die oft altersbedingten Abnutzungserscheinungen entsprechen und mechanischen Druck auf die Lendenwirbel sowie Nervenwurzeln des Ischiasnervs ausüben.
  • Muskelverspannungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die den Ischiasnerv einengen und Reibungen verursachen.
  • Wirbelkörperblockaden von Patientengruppen wie werdenden Müttern.
  • Hüftoperationen mit Druckerhöhung auf den Nerv oder mechanischen Verletzungen desselben.
  • entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, so unter anderem Viruserkrankungen wie Herpes Zoster.
  • unfallbedingte Quetschung der Lendenwirbelsäule.

Seltenere, aber dennoch denkbare Ursachen für Ischias Schmerzen sind Tumorerkrankungen, die den Nerv komprimieren. Trotzdem bleibt der weitaus größere Anteil an Ischias Auslösern eher harmlos, obwohl die Symptome viele Betroffene zunächst an ernstere Zusammenhänge denken lassen.

Rückenschmerz bei ISchias, Hexenschuss und Bandscheibe

Ischias Behandlung: Wärme & Elektrotherapie verschaffen bei Ischias Schmerzen Linderung

Falls der Ischiasnerv durch zu viel Sitzen oder anderweitige Fehlhaltung nur leicht gereizt ist, vergehen die Schmerzen nach wenigen Tagen meist von selbst.

Stärkere Reizungen mit Bewegungseinschränkungen, Taubheitsgefühlen oder Entleerungsstörungen erfordern die Konsultation eines Mediziners. Grundsätzlich besteht die Behandlung von Ischias aus schmerztherapeutischen Schritten zur symptomatischen Therapie und ursächlichen Verfahren zur Behandlung der Auslöser.

Der Therapie von Ischiasschmerzen geht immer eine ärztliche Diagnose inklusive Ursachenabklärung voraus. Im Patientengespräch gewinnt der Arzt einen ersten Verdacht auf das Ischiassyndrom. Ausstrahlende Schmerzen in die unteren Gliedmaßen begründen in diesem Zusammenhang die Verdachtsdiagnose. Bestätigen lassen sich Verdachtsdiagnosen mittels Laségue-Provokationstest.

Der Patient liegt bei diesem Diagnostikverfahren mit gestreckten Beinen auf dem Rücken. Indem der Arzt das betroffene Bein anhebt, lässt sich bei Ischias die Schmerzsymptomatik provozieren. Bei weiterhin bestehenden Zweifeln oder zur näheren Ursachenabklärung kommen bildgebende Verfahren im Bereich der Wirbelsäule zum Einsatz.

Medikamentöse Therapie bei Ischias: Medikamente sind kein Allheilmittel

Zur Linderung des Schmerzleidens können bei Ischias schmerzstillende Medikamente wie Ibuprofen, Indometacin, Ketoprofen, Felbinac, Naproxen oder Kortison Verwendung finden.

Die antientzündliche Komponente der Medikation schwächt körpereigene Entzündungsantworten auf die Überreizung ab und lindert damit auf symptomatische Art und Weise den Schmerz. Allerdings wirken die genannten Medikamente keinesfalls ursächlich.

Auslösende Wirbeldegenerationen würden trotz Schmerzstillern beispielsweise bestehen bleiben und könnten so unbehandelt immer wieder zu Problemen führen, sobald das Medikament abgesetzt wird.

Bei starker Schmerzsymptomatik kommen alternative Schmerzstiller zum Einsatz. Die Wahl fällt dabei beispielsweise oft auf opioide Schmerzmittel wie Tramadol oder trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin. Davon abgesehen können, je nach Symptomatik im Einzelfall, auch Schmerzkatheter mit örtlichen Betäubungsmitteln wie Lidocain Linderung schaffen.

Falls Muskelverspannungen an den Ischias Beschwerden schuld sind, können muskelentspannende Wirkstoffe wie Tetrazepam (wird seit dem 01. August 2013 EU weit nicht mehr verschrieben)  zur Schmerztherapie verwendet werden. Jegliche Art medikamentöser Schmerztherapie hat ein wichtiges Ziel: annähernde Schmerzfreiheit, die den Weg für ursächlichere Behandlungsschritten wie Physiotherapie ebnet.

In der modernen Medizin wird Ruhigstellung und damit zusammenhängender Muskelabbau so weit wie möglich vermieden. Bei Ischias lassen sich Untersuchungen zufolge bessere Behandlungsergebnisse erzielen, wenn Patienten nicht auf Bewegung verzichten und Schonhaltungen überwinden. Wegen der nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen von schmerzstillenden Medikamenten gehen Ärzte gerade bei muskel- und sehnenbedingten Ischias Schmerzen mittlerweile immer öfter alternative Wege der Schmerztherapie.

Alternativen zur Medikamentengabe: Massagen, Wärme & Elektrotherapie zur Ischiasbehandlung

Anders als konservativ medikamentöse Schmerzlinderungsansätze gegen Beschwerden am Ischiasnerv sind alternative Verfahren zur Schmerzlinderung kaum mit Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Magendarmbeschwerden verbunden.

Besonders Kortison und Opiode belasten den Patientenorganismus oft unnötig, obwohl mit Wärme- oder gar Elektrotherapie wesentlich schonendere Ansätze zur Verfügung stehen. Bei muskel- und blockadebedingten Ischiasleiden schaffen schon heiße Bäder, Heizkissen oder Massagen eines manuelle Therapeuten Besserung.

Ein ebenso geeignetes Behandlungsverfahren ist die Elektrostimulation mithilfe von TENS Elektroden. Diese Behandlungsform ist eine der bekanntesten elektrotherapeutischen Behandlungsarten und nutzt Reizströmen zur transkutan elektrischen Nervenstimulation. In der Elektrotherapie kommen grundsätzlich nieder-, mittel- und hochfrequente Ströme zum Einsatz, um Abschwellung, Durchblutung und Schmerzlinderung im behandelten Gewebe zu fördern.

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Bei allen Arten der Reizstrombehandlung erreichen Gleich- oder Wechselströme den Körper. Elektrische Impulse initiieren Muskelanspannung oder trennen die Schmerzinformationsübertragung, um Entspannung und Schmerzlinderung herbeizuführen. Die Haut wird dazu mit Elektroden versehen, die den medizinischen Strom in den Körper leiten.

TENS Reizstromtherapie lässt sich als Elektrotherapieform im Zuhause des Patienten durchführen. TENS Geräte stehen den Betroffenen mittlerweile zum Leihen zur Verfügung. Seit über 30 Jahren kommt die gut verträgliche Methode mit schwachem Wechselstrom in niedrigen und hohen Frequenzen zur Anwendung.

Die Einweisung zur Durchführung erhalten Ischiasbetroffene von ihrem behandelnden Arzt. TENS Geräte aus einem Impulsgenerator und den zugehörigen Elektroden lösen im behandelten Gewebe Gegenreize aus, die alle Schmerzimpulse des Bereichs auf dem Weg ins zentrale Nervensystem abschwächen.

Täglich sind über rund sechs Wochen zwischen drei und vier 30- bis 45-minütige Behandlungen durchzuführen. Empfohlen wird eine Behandlungsdauer von mindestens sechs Wochen. Anders als medikamentöse Behandlungen gehen TENS Therapieformen bei ärztlich festgelegter Stromstärke allenfalls mit Nebenwirkungen wie leicht kribbelnden Hautempfindungen einher. Nach den ersten sechs Therapiewochen hält die Wirkung der Behandlungen meist einige Wochen an.

Ursachenbehandlung: Tiefenmuskeltraining & Operationen bei Ischias

Nicht immer erfordern Ischiasschmerzen einen operativen Eingriff. Da die Symptomatik oft auf falsches oder zu langes Sitzen und Muskelunterforderung zurückgeht, lässt sich der Auslöser in vielen Fällen über Physiotherapie, Übungen für die Tiefenmuskulatur und regelmäßige Bewegungseinheiten im Büroalltag beseitigen. Bei infektionsbedingten Ischias Schmerzen ist die antiinfektiöse Medikation die Ursachentherapie der Wahl.

Anders steht es um Ischiasbeschwerden durch Bandscheibenvorfälle, Protrusionen oder Wirbelveränderungen. Bildgebungen zeigen, ob die entsprechenden Auslöser per Operation zu beseitigen sind. Kontrollierte Studien an Patienten mit bandscheibenbedingtem Ischias haben in der Vergangenheit ergeben, dass früh Operierte wesentlich schneller beschwerdefrei leben als Spätoperierte.

Frühe Operationen entsprechen in diesem Zusammenhang Eingriffen unmittelbar nach den ersten sechs Wochen der Ischias Symptomatik, wohingegen bei Spätoperierten so lange wie möglich der konservative Behandlungsweg gewählt wurde.

Obwohl frühoperierte Bandscheibenpatienten schneller von Beschwerdefreiheit sprechen konnten, stellten sich die Resultate ein Jahr von früh und später operierten Ischias-Patienten nach einem Jahr als gleich gut heraus. Zur Prävention wiedereinsetzender Symptomatik tragen anschließend Verfahren wie Haltungsübungen und Muskeltraining bei.

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